bildhauen macht stark
D ie Arbeit am Stein hilft, mit den Extremsituationen im Leben besser zurecht zu kommen, im Kursus ist es der Umgang mit dem harten Material, im realen Leben sind es die widrigen Situationen. Wer einem Stein eine Form geben will, braucht Geduld, Kraft, Konzentration und Ausdauer. Außerdem ist es wichtig, genau hinzusehen, die Wahrnehmung zu schärfen, auch die innere. Damit verbunden ist das Einlassen auf den Prozess des Schaffens. "Man stößt an Grenzen, entwickelt (meist) aber auch den Ehrgeiz, Lösungen zu finden“.
formen wir die steine ? oder sie uns ?
Die Statue von Michelangelo
Eines Tages wurde Michelangelo von einer reichen Familie beauftragt, eine Statue von außergewöhnlicher Schönheit zu erstellen.
Er suchte darauf hin nach einem geeigneten Marmorblock. Nach einer ganzen Weile fand er in einer Seitenstraße einen fast vollkommen von Unkraut überwucherten Block, der dort vergessen worden war. Diesen Marmorblock ließ Michelangelo von seinen Arbeitern in sein Atelier bringen.
Dann begann er damit, die Statue des David aus dem Stein zu hauen. Dafür brauchte er zwei ganze Jahre. Und zwei weitere Jahre dauerte es, bis er die Statue durch Schleifen und Polieren fertigstellte.
Als die Statue feierlich enthüllt wurde, waren viele Menschen gekommen, um die unvergleichliche Schönheit des David zu bewundern. Man fragte Michelangelo, wie es ihm denn möglich gewesen war, eineso wunderschöne Statue zu erschaffen.
Der Bildhauer sprach:
"Der David war immer schon da gewesen. Ich musste lediglich den überflüssigen Marmor um ihn herum entfernen."