Für die Bearbeitung suche ich besonders schöne Formsteine, den heimischen Angulatensandstein, mit dessen
außergewöhnlichen Eigenschaften aus, um deren Farbe und Oberflächenmuster zum
Vorschein zu bringen.
Z E N -Bei
uns kennt man Zen durch die Malkunst, die Kalligraphie und die Poesie.
Die
überlieferte Praxis, die eigentliche Essenz des Zen ist nach wie
vor nahezu unbekannt. Zen selber ist weder Philosophie, noch Ethik,
noch Religion oder eine Erkenntnis. Es handelt sich vielmehr um eine
Praxis,
eine zugleich objektive und subjektive Erfahrung, die sich unmittelbar
an das Herz des Menschen richtet. Es (Zen) ist da, noch bevor Religion
und Philosophie Form annehmen.
"TRIOLOGIE"
"LICHTRAUM"
"JUWEL"
"Das AUGE GOTTES"
"LICHTTOR"
"LICHTSPALTE"
"IMMER WIEDER DAS LICHT"
"SPHINX"
"ENGEL"
Ein Engel ist jemand, den Gott dir ins Leben schickt, unerwartet und
unverdient, damit er dir, wenn es dunkel ist, ein paar Sterne anzündet.
Seit der Mensch begann, bewusst über diese
Erde zu schreiten, sind ihm die allein von der Natur über Jahrtausende seltsam
geformten Steine, wie sie an vielen Stellen der Erde gefunden werden können,
aufgefallen. Suiseki sind hauptsächlich durch die Natur geformte
Gesteinsobjekte, in denen sich die kosmischen Kräfte sozusagen konsentrieren.
Unter Einfluss von Wasser, Wind, Sandstürmen u.s.w. werden Steine zu
Miniaturlandschaften oder sonstigen Figuren von außerordentlicher Schönheit und
starker Aussagekraft von teilweise nur wenigen Zentimetern Größe modelliert.
"MENHIR"
Suiseki ist die Kunst in der Natur
vorgefundene Steine in meditativ ansprechender Weise zu präsentieren.
"Suiseki" setzt sich aus den japanischen Wörtern Sui (=Wasser) und seki (= Stein) zusammen. Geläufig ist
ebenfalls die Bezeichnung als chinesischer Gelehrtenstein.
Vor etwa 2000 Jahren
begannen die Chinesen Gelehrtensteine in der hohen Beamtenschaft und in
Künstlerzirkeln gemeinsam mit Kalligraphien und Bildern auszustellen, weshalb
Suiseki eigentlich ein Aspekt der chinesischen Kunst ist. Ab dem 6. Jahrhundert
übernahmen die Koreaner und Japaner die Suiseki-Kunst. Kleinere Gelehrtensteine
befinden sich meistens in Innenräumen, größere Steine nehmen besonders in der
chinesischen Gartenkunst eine zentrale Rolle ein.
Suiseki werden in der Regel auf zwei
verschiedene Weisen präsentiert:
Der Stein wird mit einem Holzsockel (Daiza)
versehen.
Der Stein wird in ein wasserdichtes Tablett
oder Schale aus Keramik (Suiban) oder Bronze (Doban) gelegt.
Bei diesen Steinen handelt es sich nicht um
irgendwelche Steine, es müssen ausdrucksstarke Steine mit besonderer Form,
Farbe und Textur sein. Man unterscheidet zwischen Landschafts- und Objektsteinen.
Erstere spiegeln Landschaften wie Berge, Seen oder Flüsse wieder, während
Objektsteine Formen besitzen, die an Tiere oder Skulpturen erinnern. Die Steine
sind natürlichen Ursprunges und werden in Flüssen, Meeren sowie Karstgebieten
gefunden und dürfen nicht weiter vom Menschen bearbeitet worden sein.
Die 4
übergeordneten Kategorien für schöne Steine
BISEKI bedeutet übersetzt schöne Steine. Diese sind nicht im
eigentlichen Sinne Suiseki, werden aber häufig an Ausstellungen mit diesen
zusammen gezeigt. Biseki sind schöne Steine, die meistens bearbeitet,
geschliffen oder poliert werden, um deren außergewöhnliche Farbe oder die
Oberflächenmuster besser zum Vorschein zu bringen, wie z.B. bei den bekannten Chrisanthemen-Steinen.
Im Gegensatz zu Suiseki müssen Biseki nicht zwingend eine aussagekräftige Form
besitzen.
Unter diesem Begriff gibt es zwei klassische Hauptkategorien.
1. SHIKISAI-SEKI (Farb-Steine)
2. MONYO-SEKI / MON-SEKI (Oberflächen- / Muster-Steine)
MEISEKI bedeutet übersetzt berühmte Steine. Dieser Ausdruck wird
für Suiseki und Biseki verwendet. Meiseki sind wegen ihrer außergewöhnlichen
Schönheit und Qualität berühmte Steine.
YURAISEKI bedeutet übersetzt historische Steine. Dieser Ausdruck
wird verwendet für Suiseki und Biseki, welche im Besitz von berühmten
Persönlichkeiten oder Familien waren oder in der japanischen Geschichte eine
wichtige Rolle gespielt haben.
REIHEKIISHI/SEKI bedeutet übersetzt soviel wie scharfe, steile
Klippen-Geist-Steine. Dieses sind chinesische Steine mit ihren typischen
scharfkantigen, vertikalen Linien, korrodierten Oberflächen, grotesken Formen
und Durchbrüchen.
Die japanischen Bewertungskriterien für Suiseki und Biseki
Ähnlich dem chinesischen System verwendet man in Japan drei Bewertungskriterien.
1. SHITSU (Härte und Oberfläche)
2. KATACHI (Kontur/Form)
3. IRO (Farbe)
Die
ästhetischen Ideale in der japanischen Kunstbetrachtung
Zweideutigkeit, Aussagekraft, gedämpfte Farben und Balance sind die wichtigsten
Qualitäten eines Suiseki.
Um die ästhetischen Qualitäten eines Suiseki auszudrücken, bezieht man sich auf
die verschiedenen japanischen, hochkomplexen ästhetischen Konzepte oder Schlüsselbegriffe:
WABI - SABI - YUGEN - SHIBUI – AWARE - SHIORI - HOSOMI - usw.
Diese Konzepte gelten auch für andere Kunstformen oder sind vielmehr aus diesen
heraus entstanden: dem Tee-Weg, dem NO-Theater und dem HAIKU-Gedicht.
Weder können diese Konzepte präzise definiert werden, noch können die
Qualitäten und Aspekte dieser Konzepte wirklich ausgedrückt werden. Sie
repräsentieren vielmehr einen mentalen Zustand und das Empfinden, welches der
Betrachter in Gegenwart eines Geschehens, eines Kunstobjektes oder eben eines
Steines empfindet.
Wie bei den menschlichen Temperamenten ist es so gut wie nie der Fall, dass
irgend etwas einem einzigen Konzept zugeschrieben werden kann. Stets sind sie
vermischt und nur erahnbar. Die japanische Schönheit ist nicht lieblich und
gefällig, sie ist herb. In Japan gibt es ein Schlüsselwort dafür: SHIBUI.
Das japanische Empfinden für schön ist in etwa vergleichbar mit bitterem Tee,
dessen Süße erst allmählich zur Geltung kommt.
Shibui symbolisiert auch im übertragenen Sinn Zurückhaltung und meint: die
Schönheit liegt unter der Oberfläche und will langsam erkannt werden, sie erscheint
zögernd und wirkt deshalb ewig.
Quelle: Willi Benz
Der Japaner sagt, dass das Verstehen
dieser ästhetischen Konzepte das Verstehen von ZEN voraussetzt.
"LICHTSTUFEN"
ZEN geht auf die Erfahrung des Buddha Shakyamuni zurück, der vor
zweitausendfünfhundert Jahren nach langem Suchen die Erleuchtung in der
Dhyana-Haltung (Zazen-Haltung) verwirklichte. Diese Erfahrung wurde
seitdem ohne Unterbrechung von Meister zu Schüler weitergegeben.
Nach
tausend Jahren, in denen sich die Lehre in Indien
ausgebreitet hatte, brachte sie der Mönch Bodhidharma nach
China. Durch den japanischen Mönch Dogen kam das Zen im dreizehnten
Jahrhundert von China nach Japan. In der Folge wurde die
japanische Kultur nachhaltig vom Zen geprägt. Es gibt im
Zen zwei Richtungen, die Soto- und die Rinzai-Schule.
Bei
uns kennt man Zen durch die Malkunst, die Kalligraphie und die Poesie. Die
überlieferte Praxis, die eigentliche Essenz des Zen ist nach wie
vor nahezu unbekannt. Zen selber ist weder Philosophie, noch Ethik,
noch Religion oder eine Erkenntnis.Es handelt sich vielmehr um eine Praxis,
eine zugleich objektive und subjektive Erfahrung, die sich unmittelbar an das Herz des Menschen richtet. Es
(Zen) ist da, noch bevor Religion und Philosophie Form annehmen.
"LICHT-POLYGON"
Sie scheinen zu atmen, einen anzuschauen, zu berühren… archaisch, ursprünglich
und – lebendig, wirken die Skulpturen die Franz Ludescher in seinem
Werkstatt-Atelier in der Lustnauer Mühle aus dem Stein löst. Als ob die Formen
immer schon im Sandstein darauf warteten befreit zu werden? Oder ist es der
Künstler, der Form schafft und gibt?
„Beides“, ist sich der
Steinbildhauer sicher „mein Innerstes, meine Gefühle bilden sich im Stein
automatisch ab und trotzdem kann ich nur aus ihm schaffen, was er mich lässt.
Was immer schon da war. Ich kann ihm nichts aufzwingen. Ein falscher,
erzwungener Schlag – und das ganze zerspringt.“ Das erfahren auch seine Schüler
in den Bildhauerkursen, die sich an das harte Material heranwagen und
feststellen: nichts ist unveränderlich. Steinbildhauerei ist kein grobes
Handwerk, das lediglich Kraft erfordert. Härte mit Behutsamkeit und Geduld zu
antworten, das löst auch viel in der kunst-therapeutischen Arbeit die für Franz
Ludescher wichtig ist. Trauer-Steine beispielsweise kann in seiner Werkstatt
jeder der möchte selbst (mit-)bearbeiten und so eine Verbundenheit zu diesem
ganz besonderen „Denkmal“ schaffen.
Steine sind für Franz Ludescher ein
„lebendiges Material“ und daraus entwickelte er auch die Idee der Lebenssteine.
„Ein Stein sollte einen eigentlich ein ganzes Leben begleiten, dann nimmt er
viel von der persönlichen Kraft auf - so wird man dann doch ein Stück ewig?“, so
die Hypothese des Künstlers. So fertigt er Lebenssteine mit kräftigen
Lebenssymbolen für Neugeborene, oder auch noch für größere Kinder – denen Eltern
oder Großeltern symbolisch etwas Bleibendes mit auf den Weg geben wollen. Den
ersten Lebensstein fertigte der 51jährige Künstler für seine Tochter Lisa aus
rotem Sandstein – eine Sonne. Auch für Hochzeiten und andere große
Lebensereignisse steigt die Nachfrage nach den ewigen Symbolen. Persönliche
Kraft- und Sinnsprüche verewigt Ludescher im unvergänglichen Stein – als
Wandbilder. Non-verbale Botschaften tragen alle seiner Skulpturen. Allesamt
sind sie Archetypen, Engel, Maya-Götter, Keltische Symbole. Selbst wenn Franz
Ludescher abstrakt arbeitet bleibt sein freigelegtes Weltbild harmonisch,
samtglatter Marmor, Spiralen, weiche Durchbrüche. Vor allem violett geäderter
Angulaten-Sandstein offenbart unter der Bearbeitung jahrmillionenalte
Geheimnisse. Engelpaare in Wolken und Phantasielandschaften kann der Betrachter
entdecken. Sie wirken wie im Grand Canyon gewachsen – und kommen aus dem
Schönbuch. Ludescher bewahrt sich trotz Profession eine Nähe zur Art Brut. Das
Bildhauern ist für ihn eine späte Berufung, der er sich ganz und gar
verschrieben hat. Vor 10 Jahren wechselte der Informatiker vom Chefsessel in der
Datenverarbeitung in die Steinbildhauer-Werkstatt. Noch während seiner
Ausbildungszeit widmete er sich parallel der Baukunst und entwarf und baute
eigenhändig ein biologisches Domkuppel-Haus im Lautertal. Heute ist für ihn die
spirituelle Ruhe und Abgeschiedenheit auf der Alb immer noch wichtig – „Aber
Kunst braucht auch Leben – und eine Bildhauer-Schule auch“, deshalb wechselte
der Künstler nach Tübingen und richtete sich idyllisch aber doch stadtnah in der
Lustnauer Mühle ein. „Hier finde ich beides und vor allem viele Menschen die
nachfühlen können, wie ich mit Stein arbeite“. Das tut er vollkommen intuitiv
und verströmt dabei eine Ruhe, die er ungefiltert weitergibt. So entsteht eine
Arbeitsatmosphäre in der Tübinger Bildhauerschule die Platz macht um wirklich
neues zu Entdecken - was bislang in der Tiefe lag und noch versteinert schien.